Aufgaben und Ziele des Arbeitskreises Ethno und Paläozahnmedizin der DGZMK

Der AK Ethno- und Paläo-Zahnmedizin (EPZ) wurde am 11. März 2011 in Mainz gegründet.

 

Die neue Fachgruppierung innerhalb der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) hat sich unter anderem das Ziel gesetzt, die Zähne und Mundgesundheit indigener Kulturen (Ethno-Zahnmedizin) sowie die orofaziale Gesundheit und Krankheit sowie das Verhalten unserer Vorfahren von Beginn der Menschwerdung an unter evolutiven und kulturellen Aspekten (Paläo-Zahnmedizin) den FachkollegInnen und -kollegen nahe zu bringen.

 

Über die klinische Zahnmedizin hinaus sind die Zähne schon lange Gegenstand eines facettenreichen interdisziplinären wissenschaftlichen Dialogs, sei es auf dem Gebiet der Evolutionsforschung oder bei der Rekonstruktion der Lebensweise und Lebensbedingungen unserer Vorfahren.

 

Ebenso erfolgreich - aber weitaus enger an der Gegenwart - ist die Ethnologie fremden Völkern auf der Spur, die noch weitgehend unbeeinflusst von der heutigen Zivilisation leben. Archäologie und Anthropologie erlauben den Blick zurück in eine Zeit, die längst vergessen schien, die Ethnologie erweitert vor dem Hintergrund der heutigen Globalisierung den Blick auf eine kulturelle Vielseitigkeit, die auch im Bereich der (Zahn)Medizin zahlreiche Anregungen und Erkenntnisse liefert.

 

Die Auseinandersetzung mit der Zahnmedizin aus der Perspektive der Ethno- und der Paläozahnmedizin bietet die Chance für neue Sichtweisen in Bezug auf die Prävention und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kiefererkrankungen und machen darüber hinaus den Menschen als Teil der Natur und der Kultur begreifbar. Des Weiteren bietet der Arbeitskreis bei der Interpretation kraniofazialer Befunde von Patienten mit Migrationshintergrund Hilfestellung für den niedergelassenen Kollegen.