Beschreibung des Fachbereichs Forensische Zahnmedizin

... Die notwendigen Voraussetzungen für die zahnärztliche Gutachtertätigkeit fehlen im Lehrplan fast aller deutschen Universitäten. Jeder Zahnarzt kann als Zeuge, als sachverständiger Zeuge oder als Sachverständiger aufgefordert werden vor Gericht zu erscheinen (keineswegs nur die wenigen dafür ausgebildeten forensisch tätigen Zahnärzte). Ein Zahnarzt kann als Zeuge oder sachverständiger Zeuge zu seinem gesamten Fachgebiet  vernommen werden: dabei sind die Fragestellungen, die für die Juristen von Bedeutung sind und ohne die zahnmedizinische Fachkompetenz nicht zu beantworten wären, kompetent zu beantworten.
Der Zahnarzt sollte, wenn er zum Sachverständigen bestellt wird, neben der zahnmedizinischen Fachkunde die erforderlichen juristischen Grundlagen beherrschen. Da jeder Zahnarzt im Rahmen vertraglicher oder allgemeiner gesetzlicher Bestimmungen zur Erstattung von Gutachten verpflichtet werden kann, muss er sich -solange sein Ausbildungsplan dies nicht einschließt - in eigener Initiative mit den Grundzügen der gerichtlichen Begutachtung sowohl in den Sozialrechtszweigen als auch im Haftpflicht- und Arzthaftungsrecht vertraut machen.
Als Konsequenz ist es notwendig, dass sich jeder Zahnarzt über bestimmte Dinge des Zivil- bzw. Strafrechtes informiert und sich Kenntnisse auf diesem Gebiet aneignet, die es ihm ermöglichen Komplikationen in seiner Tätigkeit als Zahnarzt zu erkennen, sie zu minimieren bzw. -wenn möglich- zu vermeiden.
Zu den weiteren Themenfeldern von AKFOS zählen die dentale Identifizierung, die Bissspuren-Analysen, die Bewertung von Misshandlungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich und vieles mehr. Nicht nur zur Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin (DGRM), sondern auch zur International Organization for forensic Odonto-Stomatology (IOFOS) und zum Sanitätsdienst der Bundeswehr werden regelmäßige Kontakte unterhalten. In Katastrophenlagen unterstützen die Mitglieder von AKFOS das Bundeskriminalamt (BKA) und ggf. auch Interpol bei (inter-)nationalen Identifizierungseinsätzen. Das hierzu erforderliche Wissen wird interessierten Kolleginnen und Kollegen im Rahmen von regelmäßig angebotenen Identifizierungskursen vermittelt.
Die notwendigen Kontakte zu seinen nationalen und internationalen Mitgliedern, Kollegen und Freunden unterhält AKFOS durch einen eigenen Newsletter, der dreimal pro Jahr erscheint, und die wichtigsten Informationen zur forensischen Zahnmedizin liefert. Ebenso werden regelmäßig eigene Beträge im IOFOS-Newsletter veröffentlicht.
 
Um einem Zahnmediziner die Möglichkeit einzuräumen sich mit den theoretischen medizinischen und rechtlichen Grundlagen bekannt zu machen, fand am 29.Oktober 1976 in Stuttgart anlässlich der 102. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferhellkunde (DGZMK) unter der Ägide von Prof. Dr. Dr. Werner Hahn, Kiel, und Dr. Georg Gürnpel, Hamburg, beide Vorstandsmitglieder der DGZMK, die konstituierende Sitzung des Gemeinsamen Arbeitskreises Forensische Odonto-Stomatologie statt, der die DGZMK und die DGRM verbindet. Er weist wie jeder andere interdisziplinäre Arbeitskreis der DGZMK auf die vielfältigen Verbindungen der Zahnmedizin zu anderen medizinischen Fachbereichen hin.
Seither finden jährliche AKFOS-Tagungen -meistens am 2. Samstag im Oktober- in Mainz statt. Die Vortragsankündigungen zu dieser Veranstaltung werden rechtzeitig auf www.akfos.com eingestellt. 

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